Weingut Klosterkeller Siegendorf

Historie: Die Marktgemeinde Siegendorf (Weinbaugebiet Leithaberg im Burgenland) liegt etwa 60 Kilometer südlich von Wien und unmittelbar an der ungarischen Grenze. Erstmals 1254 urkundlich erwähnt, führt ihre Geschichte jedoch weit länger zurück, zumindest bis in die Römerzeit. Die Ursprünge reichen gar bis in die späte Bronzezeit, dies belegen Funde von zirka 2.500 Jahre alten Traubenkernen in keltischen Hügelgräbern.

Terroir: Das besonders milde pannonische Klima, welches hier durch die Nähe des nur 4 Kilometer entfernten Neusiedler See vorherrscht, bietet perfekte Bedingungen für den Weinbau. Südlich des 47. Breiten- und östlich des 16. Längengrades, auf 176 Meter ü.d.M. gelegen, weist Siegendorf einen ausgezeichneten Standort für die Produktion von mächtigen Rotweinen und charaktervollen Weißweinen auf. Rund 2000 Sonnenstunden im Jahr, durchschnittlich jährliche Niederschläge um die 600 mm und warme, sandig-humose Böden sind die idealen Voraussetzungen dafür.

Der Weingarten: Seit 1988 wird das Weingut Klosterkeller Siegendorf von der Weinkellerei Lenz Moser bewirtschaftet. Der Weingarten hat eine bemerkenswerte Einzellage. Er ist bei leichter Hangneigung nach Süd-Südwest ausgerichtet und mit mehr als 600 Reihen Rebstöcken in vertikaler Richtung nach dem System der Lenz Moser-Hochkultur bepflanzt. Seine Größe von 24 Hektar (etwa 2000 Meter lang und 70 bis 150 Meter breit) ist für österreichische Verhältnisse einzigartig. Dabei teilt sich der Weingarten in zwei zusammenhängende Rieden (Einzellagen) namens "Dora Dülö" und "Urasagi Puszta".

Gekeltert wird hier vor allem Rotwein. Bis 1990 wurde der Weingarten mit Rotwein-Reben der Sorten Cabernet Sauvignon (11 ha), Cabernet Franc (3 ha) und Merlot (7 ha) neu ausgepflanzt. Diese Rebstöcke sind heute im richtigen Alter und geben den Rotweinen ordentlich Kraft. Mit etwa 87 % Rotweinreben zählt das Weingut zu den Vorzeige-Betrieben im heimischen Rotweinanbau. Als einzige Weißweinrebsorte ist Weißburgunder (3 ha) gepflanzt. Geerntet wird mit der Hand.

Die Regisseure: Weingutsleiter Ing. Gerhard Allacher, seit 1996 im Weingut tätig, und Simon Hahnekamp zeichnen seit nunmehr zwanzig Jahren für alle Prozesse von der Arbeit im Weingarten bis zur Abfüllung verantwortlich. Dank schonender und gewissenhafter Bewirtschaftung wird das Optimum aus den einzigartigen Boden- und Klimaverhältnissen erzielt. Es gilt Güte vor Menge, daher werden die Hektarerträge bewusst niedrig gehalten, um eine hohe natürliche Extraktkonzentration zu erhalten. Weinqualität entsteht bekanntlich im Weinberg, zu ihrer Erhaltung ist Expertise im Keller gefragt. Die Vinifizierung der Weine erfolgt bei Lenz Moser in Rohrendorf und obliegt der Verantwortung des Chef-Önologen Ing. Ernest Großauer. Unser seiner Regie wurde bereits 1978 erstmals in Österreich begonnen Rotweine im Barrique auszubauen, seit 1987 wird bei Rotweinen der biologische Säureabbau durchgeführt.

Vinifikation: Nach schonender Lese und Verarbeitung werden sämtliche Rotweine dem biologischen Säureabbau unterzogen um anschließend teils im Holzfass, teils im Barrique, zu reifen. Der Weißburgunder wird ausschließlich temperaturkontrolliert vergoren und dann, bis auf eine kleine Teilmenge im Eichenfass, im Edelstahlfass ausgebaut.

Die Weine
Die Rebsorten im Siegendorfer Weingarten sind: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Weißburgunder. Unter dem Etikett „Siegendorf Rot“ wird eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot im traditionellem Ausbau vermarktet.
„O´Dora“, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, hat sich bereits bei Weinfreunden ob der hervorragenden Qualität einen Namen gemacht.
Die Weine aus dem Weingut Klosterkeller Siegendorf sind für die Gastronomie und Fachhandel bestimmt. 
Die Jahresproduktion liegt bei 100.000 Flaschen.