Zukunftsprojekt neues Presshaus

Raschere Verarbeitung des Leseguts bei durchgehend konsequenter Kühlung, dazu eine noch exaktere Möglichkeit, die Qualität der angelieferten Trauben zu bestimmen. Mit dem neuen Presshaus mach sich Lenz Moser fit für die Zukunft und deren möglicher klimatischer Veränderungen.

Es ist harmonisch in das Gebäude-Ensemble der Weinkellerei eingebettet und von außen geradezu unauffällig: Das neue Presshaus von Lenz Moser will vor allem durch qualitative Aspekte auffallen, die sich in den Weinen widerspiegeln. Über Jahre wurde sorgfältig am Konzept getüftelt und geplant. 2018 begann der Bau des Gebäudes, derzeit erfolgen finale Feinschliffarbeiten an der Ausstattung. Für die Inbetriebnahme kommenden Herbst läuft alles nach Plan.
Davor finden noch Begehungen und Informationsgespräche mit den Vertragswinzern der Weinkellerei statt, sodass diese bei der Lese mit den neuen Abläufen vertraut sind. Bei der Anlieferung ihrer frisch geernteten Trauben helfen hinkünftig vollautomatische Systeme, diese zu wiegen, deren allgemeine Qualität zu bestimmen beziehungsweise sie zu sortieren. Die Abfolge des anschließenden Rebelns und Pressens ist genau getaktet und folgt einer präzisen Logistik. Im Zuge dessen wird auch die Zuckergradation bestimmt.

Tempo und Kühlung gegen Klimaerwärmung
Während der Faktor Zeit eine essentielle Rolle bei der Verarbeitung der Trauben spielt, fällt auch der Kühlung eine zunehmend bedeutende Rolle zu. Dazu sagt Kellereileiter Ing. Michael Rethaller: "Wenn die Klimaerwärmung wie prognostiziert voranschreitet, sind wir gefordert, darauf zu reagieren. Wir können im neuen Presshaus die Weißweinmaische über einen Röhrenkühler auf 7 °C kühlen und so wesentlich zum Erhalt von Frische und Klarheit im Wein beitragen. Auch wenn das Presshaus nur für eine kurze Phase im Jahr in Betrieb ist, findet hier doch ein maßgeblicher Schritt hinsichtlich Qualität und Stilistik der Weine statt."

Planung mit Verantwortung
Mit optimierten Bedingungen durch topmoderne Ausstattung und generell mehr Effizienz ist die Weinkellerei bereit, die zukünftigen Herausforderungen in der Traubenverarbeitung zu bewältigen. Das Önologenteam rund um Kellereileiter Ing. Michael Rethaller hat die Planung mit viel Liebe zum Detail vorgenommen, im Blickfeld immer das Verantwortungsgefühl für das Produkt Wein und die partnerschaftlich verbundenen Traubenlieferanten. Mit dem Jahrgang 2019 können die Konsumenten das Ergebnis dieser Neuerungen genießen.

Eckdaten:
2018 Errichtung des Gebäudes (Kosten: 1,6 Mio. Euro)
2019 Finalisierung der gesamten Einrichtung (Kosten: 3,2 Mio. Euro)
Übernahme pro Saison bis zu 4 Mio. kg Trauben möglich
Übernahme pro Tag ca. 250.000 kg Trauben möglich
Presshaus wurde so gebaut, dass es jederzeit erweiterbar ist
3 geschlossene pneumatische Pressen (je 20.000 Liter Inhalt) der Firma Scharfenberger
60-Tonnen-Rebler der Firma Scharfenberger
Mit 6 Tanks zu je 75.000 Litern wurden zusätzlich 450.000 Liter Tankvolumen geschaffen